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01.07.2026
Vorbeugen ist besser als Heilen:
Heilbäder-Verband will einen "Präventionspfad" für alle Versicherten
Die bayerischen Heilbäder und Kurorte machen sich stark für einen Neustart in der Gesundheitspolitik.
München/Berlin - Die Bundesregierung arbeitet an einer Reform des Präventionsgesetzes. Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) nutzt diese politische Weichenstellung für einen weitreichenden Reformvorstoß: Heilbäder und Kurorte sollen künftig als fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der nationalen Präventionsstrategie etabliert werden. Kern der Vorschläge sind ihre ausdrückliche Verankerung im Präventionsgesetz sowie ein regelmäßiger Präventions-Check beim Hausarzt mit gezielter Weiterleitung in qualitätsgesicherte Präventionsangebote.
Deutschland wird älter, chronische Erkrankungen nehmen zu und die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen seit Jahren. Nach Auffassung des Bayerischen Heilbäder-Verbands braucht die Gesundheitspolitik deshalb einen grundlegenden Paradigmenwechsel: weg von einer vor allem auf Behandlung ausgerichteten Medizin, hin zu einer konsequenten Präventionsstrategie.
Prävention soll zur tragenden Säule des Gesundheitswesens werden
"Prävention darf nicht länger nur ein politisches Schlagwort sein, sondern muss zu einer tragenden Säule unseres Gesundheitswesens werden", sagt Peter Berek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbands. Heilbäder und Kurorte verfügten bereits heute über qualitätsgesicherte medizinisch-therapeutische Infrastruktur, natürliche Heilmittel und langjährige Erfahrung in der Vorsorge. Dieses Potenzial werde bislang jedoch nicht systematisch genutzt. Heilbäder sollten künftig nicht mehr erst dann zum Einsatz kommen, wenn Menschen bereits erkrankt sind, sondern dazu beitragen, Krankheiten möglichst früh zu vermeiden.
Heilbäder als fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung
Kern der Vorschläge: die ausdrückliche Verankerung staatlich anerkannter Heilbäder und Kurorte im Präventionsgesetz. Ziel sei es nicht, neue Leistungsansprüche zu schaffen, sondern bestehende Gesundheitsstrukturen besser miteinander zu vernetzen und Präventionsangebote stärker in die reguläre Versorgung einzubinden.
Präventions-Checks beim Hausarzt
Ein zentrales Element des Reformkonzepts ist ein verbindlicher Präventionspfad. Danach sollen Versicherte künftig regelmäßig einen Präventions-Check beim Hausarzt erhalten. Werden dabei gesundheitliche Risiken oder individueller Vorsorgebedarf festgestellt, könnten Patientinnen und Patienten gezielt an qualitätsgesicherte Präventionsangebote - etwa in staatlich anerkannten Heilbädern und Kurorten - weitergeleitet werden. So ließen sich Erkrankungen früher vermeiden oder zumindest abmildern und gleichzeitig Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege nachhaltig entlasten.
Prävention als Antwort auf steigende Gesundheitskosten
Darüber hinaus spricht sich der Verband dafür aus, die betriebliche Gesundheitsprävention auszubauen und Heilbäder stärker in entsprechende Programme einzubinden. "Ein stärker präventionsorientiertes Gesundheitssystem kann nicht nur die Lebensqualität vieler Menschen verbessern, sondern langfristig auch dazu beitragen, chronische Erkrankungen, Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit zu reduzieren", betont auch Frank Oette, Geschäftsführer des BHV.
Prävention muss sich auch für Versicherte lohnen
Aus Sicht des Bayerischen Heilbäder-Verbands reicht es jedoch nicht aus, Prävention lediglich anzubieten: Wer Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt, sollte auch im System spürbar unterstützt werden. Denkbar sind laut BHV verbindlich geregelte Anreize, etwa über Präventionsboni, erleichterte Zugänge zu qualitätsgesicherten Vorsorgeangeboten oder reduzierte Eigenanteile bei nachgewiesener Teilnahme an strukturierten Präventionsmaßnahmen.
"Wenn wir Prävention ernst nehmen, darf sie nicht vom Zufall oder vom freiwilligen Engagement einzelner Krankenkassen abhängen", so Peter Berek. "Gesundheitsbewusstes Verhalten muss im System verlässlich anerkannt werden. Wer vorbeugt, entlastet langfristig nicht nur sich selbst, sondern auch Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege."
Der Bayerische Heilbäder-Verband vertritt mehr als 70 Heilbäder, Kurorte und Kurbetriebe in Bayern. Die Branche zählt mit über 23 Millionen Übernachtungen, rund 5,6 Millionen Gästen sowie einem Bruttoumsatz von rund 5,6 Milliarden Euro jährlich zu den bedeutenden Gesundheits- und Wirtschaftsfaktoren im Freistaat und sichert rund 100.000 Arbeitsplätze.

"Prävention darf nicht länger nur ein politisches Schlagwort sein, sondern muss zu einer tragenden Säule unseres Gesundheitswesens werden", sagt Peter Berek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbands. Heilbäder und Kurorte verfügten bereits heute über qualitätsgesicherte medizinisch-therapeutische Infrastruktur, natürliche Heilmittel und langjährige Erfahrung in der Vorsorge. Foto: BHV/Leonie Lorenz
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