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01.04.2026
Milliarden sparen durch Prävention: Bayerische Heilbäder fordern Kurswechsel in der Gesundheitspolitik
Bad Königshofen - Während die GKV-Finanzkommission in diesen Tagen milliardenschwere Einsparpotenziale diskutiert, sehen die bayerischen Heilbäder und Kurorte einen zentralen Hebel weiter unzureichend genutzt: eine konsequent gestärkte Prävention. "Statt vorrangig über Kürzungen zu sprechen, muss es doch darum gehen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen - und genau hier setzen die Kurorte an", sagte Bayerns Heilbäderpräsident Landrat Peter Berek jetzt bei einer Vorstandssitzung des Verbands im unterfränkischen Bad Königshofen. "Unser Ansatz sei damit keine zusätzliche Forderung, sondern Teil der Lösung, um die Ausgabendynamik zu bremsen und die Beiträge langfristig stabil zu halten", so Berek.
Für die bayerischen Heilbäder und Kurorte ist die Richtung klar: Prävention muss künftig eine deutlich stärkere Rolle spielen - nicht als freiwillige Ergänzung, sondern als fester Bestandteil der Versorgung. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig zu vermeiden und so langfristig Kosten zu senken. "Wer heute gezielt in Gesundheit investiert, spart morgen Kosten - und stärkt gleichzeitig Lebensqualität und Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft", so Berek. Unterstützung kommt auch aus der Landespolitik: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach sieht laut einer aktuellen Stellungnahme in der Prävention ein "enormes Potenzial", um das Gesundheitssystem langfristig zu stabilisieren. Entscheidend seien mehr Information, niedrigschwellige Angebote und bessere Rahmenbedingungen - genau dort setzen die Heilbäder und Kurorte seit Jahren an.
Prävention als Schlüssel für ein stabiles Gesundheitssystem
Aus Sicht des Verbandes liegt eine zentrale Chance darin, bestehende Strukturen besser zu nutzen. Heilbäder und Kurorte bieten nach Worten von BHV-Geschäftsführer Frank Oette bereits heute genau das, was gesundheitspolitisch gefordert wird: "Dazu gehören ganzheitliche Präventionsangebote, medizinisch begleitet, eingebettet in eine gesundheitsfördernde Umgebung", verdeutlichte er in Bad Königshofen. Programme zu Bewegung, Ernährung oder Stressreduktion erreichten hier eine Intensität und Nachhaltigkeit, die im Alltag oft nicht möglich ist.
Großes Potenzial - bislang zu wenig genutzt
Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien: Obwohl Prävention von einer großen Mehrheit der Bevölkerung als wichtig eingeschätzt wird, nutzen nur wenige Menschen entsprechende Angebote regelmäßig. Gründe sind unter anderem fehlende Information, mangelnde Zeit oder wenig attraktive Formate. Genau hier setzen die Heilbäder an - mit strukturierten, erlebbaren Angeboten, die Prävention greifbar machen.
Welche Bedeutung die Branche schon heute hat, zeigen die Zahlen: Rund 5,6 Millionen Gästeankünfte und etwa 23 Millionen Übernachtungen jährlich entfallen auf die bayerischen Heilbäder und Kurorte - nahezu jede vierte Übernachtung im Freistaat. Gleichzeitig sichern sie rund 100.000 Arbeitsplätze und stehen für eine Wertschöpfung von rund 4,5 Milliarden Euro.
Bad Königshofen als Beispiel für moderne Präventionsstrukturen
Ein konkretes Beispiel dafür, wie Prävention auf modernstem Niveau umgesetzt wird, liefert Bad Königshofen. Der unterfränkische Kurort hat gezielt in seine Gesundheitsinfrastruktur investiert - mit einem Gesamtvolumen im Millionenbereich. Die neue Trinkkur- und Wandelhalle der Stadt wurde Mitte 2024 im Rahmen des Jubiläums "50 Jahre Heilbad" feierlich eingeweiht und bildet heute das zentrale Herzstück für Gesundheitsangebote, Bewegung und medizinisch begleitete Prävention.
Ergänzt wird diese Investition durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der FrankenTherme, moderne Therapie- und Präventionsräume sowie eine deutliche Aufwertung von Kurpark und Aufenthaltsqualität. Ziel ist ein ganzheitliches Konzept, das Prävention nicht als Einzelmaßnahme versteht, sondern als Zusammenspiel aus medizinischer Kompetenz, Bewegung und Regeneration. "In Bad Königshofen wird beispielhaft deutlich: Prävention funktioniert dann besonders gut, wenn Qualität, medizinisches Know-how und attraktive Rahmenbedingungen zusammenkommen", sagte BHV-Präsident Berek.
Beim Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort - darunter Kurdirektor Werner Angermüller sowie Badearzt und 3. Bürgermeister Dr. Roland Köth - wurde deutlich, dass diese Investitionen bewusst langfristig gedacht sind. "Wir investieren gezielt in Strukturen, die Gesundheit erhalten, bevor Krankheit entsteht", so Dr. Köth. "Das ist nicht nur ein Gewinn für die Menschen, sondern auch für das gesamte Gesundheitssystem."

Für die bayerischen Heilbäder und Kurorte ist die Richtung klar: Prävention muss künftig eine deutlich stärkere Rolle spielen - nicht als freiwillige Ergänzung, sondern als fester Bestandteil der Versorgung. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig zu vermeiden und so langfristig Kosten zu senken. Foto: Leonie Lorenz

"Statt vorrangig über Kürzungen zu sprechen, muss es doch darum gehen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen - und genau hier setzen die Kurorte an", sagte Bayerns Heilbäderpräsident Landrat Peter Berek jetzt bei einer Vorstandssitzung des Bayerischen Heilbäder-Verbands im unterfränkischen Bad Königshofen. v.l.: Magdalena Resch (Geschäftsstelle), Sepp Barth (Vorstandsmitglied), Dr. Christian Alex (Beratender Arzt), Thomas Beck (Schatzmeister), Frank Oette (Geschäftsführer), Dr. med. Roland Köth (3. Bürgermeister Bad Königshofen); Werner Angermüller (Vorstandsmitglied und Kurdirektor Bad Königshofen), Peter Berek (1. Vorsitzender), Gabriella Squarra (Expertin Waldgesundheit), Tobias Kurz (2. Vorsitzender), Cathrin Herd (Vorstandsmitglied), Franz Mühldorfer (Rechnungsprüfer). Foto: BHV
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